Unser Betrieb


Geschichtliches

Im Jahre 1917 wurde der Betrieb aus einer Zwangsversteigerung heraus von der Familie Schaper gekauft. Damals wurde die Hofstelle und eine Restfläche von ca. 30 ha erworben, die übrigen ca. 200 ha waren vorher als Einzelflächen an verschiedene Käufer veräußert worden. Hieraus resultiert auch die im Verhältnis zur Eigentumsfläche sehr große Hofstelle mit sehr großen Gebäuden. Durch Zukauf von Einzelflächen wurde die heutige Eigentumsfläche erreicht.

In den 70er wurde die Milchviehhaltung ausgedehnt und durch Zupacht die Flächen auf ca. 75 ha erweitert. 1978 wurde zwischen meinem Vater und mir ein Gesellschaftsvertrag geschlossen, um gleichberechtigte Gesellschafter zu schaffen und beide Unternehmer am Erfolg zu beteiligen. 1985 übernahm ich den Hof von meinen Eltern und bewirtschafte ihn seit der Zeit als Einzelunternehmer.

1981 wurde die Entscheidung getroffen, den Betrieb zu spezialisieren. Ausschlaggebend dafür war, dass die Arbeitswirtschaft von der Familie kaum noch zu erledigen war und Kosten- und Managementvorteile in den verbleibenden Betriebszweigen Ackerbau und Schweinemast genutzt werden konnten.

Durch Zupacht Mitte der 80er und in der Folgezeit wurde die heutige Betriebsfläche erreicht. 1987 wurde mit dem Anbau von Gemüse im Betrieb begonnen. Gleichzeitig wurde die bis dahin bestehende Direktvermarktung von Kartoffeln um das Gemüse erweitert.

Aus den zögerlichen Anfängen heraus ist ein echter Betriebszweig entstanden. 1991 wurde mit dem Bau einer Kartoffellagerhalle die Grundlage für die Ausweitung des Kartoffelbaues gelegt, um durch Lagermöglichkeit jederzeit am Markt agieren zu können.


Unsere Produkte und ihre Verwendung

Wintergerste
Winterroggen
Braugerste
Verkauf an Handel, Genossenschaft oder Mühle
Kartoffeln Speisekartoffelverkauf ab Hof
Chipsherstellung in Hankensbüttel
Pürreeherstellung in Wittingen
Stärkeherstellung in Lüchow
Schälkartoffeln für Großküchen in Wahrenholz/Flettmar
Zuckerrüben Zuckerherstellung im Zuckerverbund Nord
Winterraps Pilotprojekt zur Verwendung der Erucasäurre in der Industrie für umweltfreundliche Lösungsmittel in Farben, Waschmitteln usw.
Gemüse Verkauf ab Hof


Wie werden unsere Früchte angebaut?

GemüseanbauDer Anbau unserer Früchte erfolgt nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenbaues. Wir nehmen eine begleitende Beratung durch die Hanse Agro-Beratungsgesellschaft in Kiel in Anspruch.

Die Düngung der Pflanzen erfolgt gezielt nach Boden- und Pflanzenanalysen, wobei die Düngemittel auch in kleinen Mengen durch moderne Technik sehr exakt verteilt werden.

Der Einsatz der Pflanzenschutzmittel erfolgt ebenfalls nach Pflanzenanalyse bzw. nach dem "Schadschwellenprinzip", d.h. sie werden nur angewandt, wenn eine Bedrohung der Kulturpflanze besteht. Es wird z.B. mikroskopisch untersucht, welche Pilzsporen sich an der Pflanze befinden und danach entschieden, ob und wie das entsprechende Feld behandelt werden muss.
Durch die vielgestaltige Fruchtfolge im Betrieb sowie die Auswahl Gemüse soweit das Auge reichtvon robusten Sorten wird versucht, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln niedrig zu halten. Zum anderen werden durch die intensive Beratung und Pflanzenbeobachtung Krankheiten schon im frühen Stadium erkannt, die dann mit erheblichen verminderten Aufwandmengen behandelt werden können.
Die Ausbringung erfolgt mit einer Pflanzenschutzspritze, die mit einem Steuerungscomputer ausgerüstet ist, so dass die Mittel sehr exakt und randscharf ausgebracht werden.


Werner Schaper GbR - Die Direktvermarktung

1987 wurde mit dem Anbau von Gemüse begonnen und die schon bestehende Direktvermarktung an Kartoffeln um das Gemüse erweitert.

Es waren zwei Gründe, den Betrieb um diesen Nebenerwerb zu erweitern:

  1. Die Werner Schaper GbRDie Preise für Raps und Getreide begannen kräftig zu sinken und die sog. EG- Agrarreform stand ins Haus. Es war abzusehen, dass das bisherige Einkommen deutlich sinken würde.
  2. Um auch weiterhin eine 2. Arbeitskraft auf dem Hof zu beschäftigen, mussten andere Einnahmequellen erschlossen werden. Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, möglichst zwei Arbeitskräfte auf dem Hof zu haben, nur so sind Dinge wie Wochenende, Urlaub usw. möglich, man darf auch mal krank sein.

Zu Beginn wurde die Vermarktung in der Art der Selbstbedienung begonnen, d.h. die Ware wurde auf dem Verkaufsstand präsentiert, der Kunde suchte sich seine Ware aus und steckte den Betrag dafür in einen als Kasse dienenden Briefkasten.
Im Laufe der Jahre wurde der Umsatz erhöht und die Angebotspalette erweitert, so dass es heute feste Öffnungszeiten gibt und vier Verkäuferrinnen in wechselndem Schichtdienst die Waren verkaufen. Auf diese Weise ist auch eine bessere Warenpräsentation und Kundenberatung möglich.

Seit 1995 ist der Betrieb Mitglied im Arbeitskreis "Integrierter und kontrollierter Gemüseanbau Niedersachsen". Hier werden Kenntnisse in Anbaufragen vermittelt und es werden Kontrollfunktionen im Betrieb ausgeübt, z.B. werden nach der Ernte Bodenproben gezogen und auf Reststickstoff untersucht oder aber laufend Proben von verschiedenen Gemüsearten auf Rückstände untersucht.


Betriebsführungskonzept

Wie auch jedes andere gewerbliche Unternehmen muss auch die Landwirtschaft sowohl die Betriebsleitung wie auch die Mitarbeiter ständig fortbilden. Auch müssen moderne Bürotechnik, wie z.B. PC, Internet, Fax usw., genutzt werden, um schnell aktuelle Informationen zu erhalten und zu verwerten.

Der Betrieb nutzt dazu verschiedene Dienstleistungen:

  1. Unternehmens- und Steuerberatung durch private Kanzlei
  2. Mitglied in einem Arbeitskreis für Unternehmensführung (angelehnt an die LWK
    Hannover
    )
  3. Mitglied in einem Arbeitskreis für Ackerbau (Hanse Agro, Kiel)
  4. Mitglied im Arbeitskreis "Integrierter und kontrollierter Gemüseanbau
    Niedersachsen", Bremen

Wichtig ist meines Erachtens eine ständige Kostenkontrolle in der Produktion und frühzeitig Tendenzen im Umfeld des Betriebes zu erkennen, um sich rechtzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen.

Werner Schaper